Bayer und Heidelberg erneut um Pokaltitel

(Wolfgang Philipps ) Der SV Bayer 08 Uerdingen und der SV Nikar Heidelberg duellieren sich zum zweiten Mal in Folge um den deutschen Pokaltitel der Frauen: Bei der diesjährigen Endrunde um den DSV-Pokal im Düsseldorfer Rheinbad setzte sich Titelverteidiger Uerdingen mit 9:4 (2:2, 3:2, 2:0, 2:0) gegen den hartnäckig kämpfenden Rekordgewinner SV Blau-Weiß Bochum durch und kann auf den sechsten Erfolg in Serie hoffen. Heidelberg siegte nach einem anfänglichem 1:4-Rückstand noch klar mit 16:6 (2:4, 6:2, 3:0, 5:0) gegen den SC Chemnitz und steht zum zweiten Mal nach 2016 im Endspiel.

Die beiden Favoriten auf den Pokaltitel konnten die vermeintlichen „Pflichtaufgaben“ erledigen, haben für die morgige Neuauflage des 2016 noch Luft nach oben. Das Duell der beiden westdeutschen Vertreter bescherte dabei ein Spiel mit den gerne zitierten Derby-Attributen: wenig Tore und mehr Kampf denn spielerische Highlights. Titelverteidiger Bayer Uerdingen blieb über weite Phasen des ersten Halbfinales von Düsseldorf unerwartet blass und ging nach zuvor klaren Siegen im erneuten Duell beider Teams, die seit 2002 alle Pokaltitel unter sich ausgemacht haben, diesmal nur mit einer knappen 5:4-Führung in die Halbzeitpause.

Auch im dritten Abschnitt blieb die Partie weiter offen: In der 21. Minute verpasste Bochum bei fortgeschrittener Spielzeit nach einer Auszeit in Überzahl den möglichen Ausgleich, stattdessen erhöhte Uerdingen direkt im Gegenzug auf 6:4. Bei einer Abwehrleistung in der Partie fehlte Bochum im Angriff die Durchschlagskraft für eine Wende, so dass das der Favorit vom Niederrhein den Vorsprung weiter ausbauen. Auf Uerdinger Seite gingen acht der neun Treffer auf das Konto der beiden Führungsspielerinnen Claudia Blomenkamp (5) und Bianca Seyfert (3). Ein Sonderlob verteilte Bochums Trainer Thilo Khil an seinen jungen Neuzugang Inga Vorderwülbecke.

Im zweiten Halbfinale sah es zunächst nach einer Überraschung, als das junge Team des SC Chemnitz gegen DWL-Spitzenreiter SV Nikar Heidelberg eine 4:1-Führung (7.) herauswarf und ging mit einem 4:2-Vorsprung in die erste Pause ging. Allerdings übernahm Nikar in der Folge das Kommando in der Partie und konnte bereits im zweiten Abschnitt die Partie drehen. Chemnitz glich nach Heidelbergs schneller 6:4-Führung (12.) zwar noch einmal zum 6:6 (15.) aus, doch der Rest der Partie gehörte dem Favoriten vom Neckar, der keinen weiteren Treffer mehr zuließ und den Vorsprung bis auf 16:6 ausbauen konnte. „Gegen einen stärkeren Gegner können wir uns einen solchen Start allerdings nicht erlauben“, zeigte sich Nikar-Trainer Dr. Kai van der Bosch dennoch kritisch.

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