Wiedersehen unter verschärften Bedingungen

Neuauflage der Halbfinalduelle von 2016
Bianca Seyfert greift mit dem amtierenden deutscher Meisten SV Bayer 08 Uerdingen nach dem sechsten Pokaltitel in Serie. Foto: Frank Bärendahls

Bianca Seyfert greift mit dem amtierenden deutscher Meisten SV Bayer 08 Uerdingen nach dem sechsten Pokaltitel in Serie. Foto: Frank Bärendahls

(Wolfgang Philipps) Für eine Leistungsschau und Spannung sollte gesorgt sein: Die am Freitagnachmittag startenden Finalspiele im 28. deutschen Pokalwettbewerb der Frauen (DSV-Pokal) vereinigen bei der Doppelendrunde in Düsseldorf (die Männer kämpfen in der Landeshauptstadt ebenfalls um den Titel) die vier besten Teams der vergangenen Monate. Dabei kommt es unter Federführung des Düsseldorfer SC in der neuen 50-Meter-Schwimmhalle des Rheinbades („Rheinbad 50“) mit den Duellen des Seriengewinners SV Bayer 08 Uerdingen (fünf Titel seit 2012) gegen den Rekordsieger SV Blau-Weiß Bochum sowie des SV Nikar Heidelberg gegen den SC Chemnitz zu Neuauflagen der letztjährigen Halbfinalbegegnungen.

Damit steht am Sonnabend einer Wiederholung der beiden letztjährigen Medaillenspiele theoretisch nichts im Wege, allerdings müssen diese Ansetzungen erst einmal zustande kommen – und sie würden dann quasi unter verschärften Bedingungen stattfinden: Genau diese beiden Partien hat es zwei Wochen zuvor gleich am Auftaktwochenende der Deutschen Wasserball-Liga (DWL) gegeben und endeten jeweils mit Siegen der nominellen Außenseiter. Nikar Heidelberg gewann auswärts mit 11:9 bei Bayer Uerdingen und brachte damit den „Seidenstart-Girls“ erstmals seit Juni 2011 (!) wieder eine Niederlage bei. Parallel dazu hatte sich der zweite West-Vertreter Blau-Weiß Bochum gleich mit 9:4 gegen den amtierenden Vizemeister SC Chemnitz durchgesetzt.
Vor diesen ominösen Spielen stehen allerdings erst einmal zwei Halbfinalbegegnungen am Freitag an, die von den Favoriten aus Uerdingen und Heidelberg erst einmal gewonnen werden wollen: Die Bayer-Verantwortlichen wollen aus der Auftaktniederlage ihre Lehren ziehen, müssen allerdings in der Landeshauptstadt auf Neuzugang Jamie Verebelyi verzichten: Die U19-Nationalspielerin war in der ersten Runde des Wettbewerbs bereits für den SC Chemnitz ins Wasser gestiegen. „Wir sind noch nicht so eingespielt wie Uerdingen“, sieht Heidelbergs langjähriger Trainer Dr. Kai van der Bosch noch Luft nach oben, sein Team aber noch nicht am Punkt einer kompletten Wachablösung.
Van der Bosch muss sich zudem am Freitagabend erst einmal mit dem Halbfinalkontrahent SC Chemnitz beschäftigen, dessen Team im vergangenen Jahr dem Pokalfinalisten Heidelberg in dem nachfolgenden Halbfinalduell der Meisterschaft überraschend ein Bein zu stellen vermochte. Bei dem jungen Team aus Sachsen hatte vor dem Jahreswechsel ein Trainerwechsel für Wellen gesorgt, allerdings konnte als Nachfolger für Sven Schulz (jetzt hier in Düsseldorf als Trainer und Endrundorganisator tätig), die 97-fache Nationalspielerin Anja Skibba als Nachfolgerin gewonnen werden, die 2013 und 2014 bereits den Hannoverschen SV in das Pokalfinale geführt hatte. Uerdingen gilt dagegen im West-Derby gegen Bochum als klarer Favorit, zumal das stark verjüngte Team vom der Ruhr in den Direktvergleichen zuletzt jeweils klar den Kürzeren gezogen hatte.

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